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Blutungen in der Schwangerschaft – Das können Ursachen sein

Blutungen in der Schwangerschaft – Das können Ursachen sein

Eine schlimme Vorstellung für viele Schwangere sind plötzliche Blutungen. Sie können harmlos sein, aber auch etwas Ernstes bedeuten. Wir klären auf und empfehlen: Auch bei vermeintlichen Kleinigkeiten immer durch den Frauenarzt abklären lassen.

Text: Kerstin Hemmerde Blutungen zählen mit zu den häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden. Fast jede werdende Mami entdeckt mindestens einmal diese roten Spuren in ihrem Slip. Das können wenige Tropfen sein, aber auch ein ganzer Schwall. Meist ist der Schrecken groß und viele Schwangere machen sich Sorgen. Oft kann dein Frauenarzt Entwarnung geben und die Ursache ist harmlos. Es kann aber auch ein Vorzeichen für eine Komplikation sein. Und manchmal löst auch eine eigentliche Kleinigkeit wie eine Infektion gravierende Folgen wie eine Frühgeburt aus. Daher solltest du zu deiner und zur Sicherheit deines Babys bei einer Blutung immer deinen Frauenarzt aufsuchen. Besondere Vorsicht und Eile sind geboten, wenn zusätzlich Schmerzen, Krämpfe oder Fieber auftreten.

Harmlose Gründe für Blutungen in der Schwangerschaft

Die meisten leichten Blutungen in der Schwangerschaft sind eher von harmloser Natur. Hier sind einige Ursachen dafür.

Im ersten Schwangerschaftsdrittel treten Blutungen besonders häufig auf

Es klingt paradox: Eine kleine Blutung ist oft ein Zeichen dafür, dass du frisch schwanger bist. Zwischen dem siebten und zwölften Tag nach der Befruchtung kommt es vielfach zur sogenannten Einnistungsblutung. Denn wenn sich die Eizelle in der Gebärmutter niederlässt, werden kleine Gefäße verletzt. Auch im weiteren Verlauf können Blutungen zu den normalen Schwangerschaftsbeschwerden gehören, die im ersten Trimester auftreten. Das erläutert Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte*innen: „In den ersten drei Monaten haben viele Frauen mit Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen. Auch ist am Anfang der Schwangerschaft immer damit zu rechnen, dass Blutungen auftreten, die bei Ruhe meist spontan zum Stillstand kommen.“ Diese sogenannten schmerzlosen Schmierblutungen treten besonders häufig in der Frühschwangerschaft auf. Hier wird dir deine*dein Ärztin*Arzt meist empfehlen, dich zu schonen. Dann hören die Blutungen in der Regel auf und die Schwangerschaft verläuft ganz normal weiter.
Leichte Blutungen während der Schwangerschaft kommen ab und zu vor. | Bild: Pixabay

Die Hormone können schuld sein

Auch die Hormonumstellung kann Blutungen verursachen. Eigentlich soll das Gelbkörperhormon Progesteron die Periode während der Schwangerschaft unterdrücken. Bei einigen werdenden Müttern ist der Spiegel dieses Hormons zu niedrig. Daher kommt es bei ihnen in der Frühschwangerschaft zu dem Zeitpunkt, an dem sie normalerweise ihre Periode gehabt hätten, zu einer Schmierblutung. Hier entscheidet deine*dein Frauenärztin*arzt, ob das unbedenklich ist, oder ob du in den ersten Schwangerschaftswochen ein Medikament erhältst, das diesen Mangel ausgleicht. Ebenfalls aufgrund des sich ändernden Hormonspiegels erleiden viele werdende Mütter eine Scheideninfektion. Denn ist die Intimflora gestört, können sich Keime viel besser vermehren. Was im nicht-schwangeren Zustand einfach nur lästig ist, kann für dein ungeborenes Baby nun richtig gefährlich werden. Viele Fehl – und Frühgeburten werden durch Scheideninfektionen verursacht. Dabei kann es zu leichten Blutungen kommen, häufiger noch sind Symptome wie Juckreiz oder auffälliger Ausfluss. Rechtzeitig behandelt, bekommt man diese Situation mit Cremes oder Zäpfchen gut in den Griff.

Blutungen durch Kontakt

Die Schwangerschaft sorgt auch für eine bessere Durchblutung. Das merken viele werdende Mütter an ihrer Haut, die jetzt rosig durchblutet den typischen Schwangerschafts-Glow ausstrahlt. Es werden auch die Schleimhaut des Muttermunds und der Scheide besonders gut durchblutet. Wenn du Sex hast, können durch die Berührungen des Penis kleine Blutgefäße verletzt werden. Das führt bisweilen zu leichten und harmlosen Kontaktblutungen. Das Gleiche kann auch passieren, wenn dein/e Frauenarzt*ärztin dich vaginal untersucht. Durch seine Instrumente oder das Abtasten mit der Hand sind ebenfalls leichte Blutungen möglich.

Die Zeichnungsblutung kündigt die Geburt an

Ein ganz und gar ungefährliches, ja sogar vielmehr freudiges Ereignis ist die sogenannte Zeichnungsblutung. Hier löst sich ein Schleimpropf, der während der Schwangerschaft den Muttermund sicher verschlossen und dein Kind vor Bakterien geschützt hat. Diese Loslösung erfolgt in der Regel kurz vor der Geburt. Ist der Muttermund bereits etwas geöffnet, kann Blut aus kleinen Gefäßen der Gebärmutterschleimhaut austreten und sich diesem Schleimpfropf beimischen.
Auch wenn viele Blutungen in der Schwangerschaft harmlos sind, könnt ihr es bei einer ärztlichen Untersuchung abklären lassen. | Bild: Getty

Bei dieses Symptomen ist Vorsicht geboten

Wenn die Blutungen Teil eines größeren Problems sind, treten in der Regel auch andere Symptome auf. Die Stärke der Blutungen spielt auch eine Rolle.

Vorsicht bei begleitenden Bauchschmerzen in der Frühschwangerschaft

Wird eine Blutung in den ersten Schwangerschaftswochen von Bauch- oder Rückenschmerzen begleitet, kann das folgende Gründe haben: Bei einigen Frauen handelt es sich dann um eine Eileiterschwangerschaft. Hier hat sich die Eizelle dann nicht in der Gebärmutter, sondern im Eileiter eingenistet. Wächst der Embryo, schädigt er den Eileiter. Schwere Blutungen und Lebensgefahr können die Folge sein. Gerade in der Frühschwangerschaft kommt es besonders häufig zu Fehlgeburten. Viele werdende Mütter behalten daher bewusst ihre Schwangerschaft bis zur zwölften Woche für sich. In den ersten vier bis fünf Wochen wissen viele Frauen noch nicht, dass sie schwanger sind und Fehlgeburten laufen hier oft unbemerkt ab. Doch je weiter sich der Embryo bereits eingenistet hat, desto stärker ist ein Abort spürbar. Die Symptome reichen von krampfartigen Schmerzen im Unterbauch über Blutungen unterschiedlichster Stärke bis hin zu Fieber und heftigen Rückenschmerzen.

Diese Komplikationen können in der Spätschwangerschaft auftreten

In der Spätschwangerschaft sind Probleme mit der Plazenta ein Grund für Blutungen. Sie können zum Beispiel bei einer Vorderwandplazenta (Placenta praevia) auftreten. Nach einem Stoß oder Aufprall bei einem Unfall sollten Schwangere besonders vorsichtig sein. Denn es kann zu einer vorzeitigen Plazentaablösung kommen, bei der sich der Mutterkuchen vorzeitig von der Gebärmutterwand löst – begleitet von Schmerzen und unterschiedlich starken Blutungen. Auch eine Uterusruptur, bei der die Uteruswand teilweise oder komplett zerreißt, oder das Reißen von Krampfadern im Intimbereich können gefährliche Blutungen verursachen. Selten, aber für die Betroffenen umso schlimmer, kommt es in der Spätschwangerschaft zu Fehl- oder Totgeburten. Auch das kündigt sich meist durch Blutungen und wehenartige Schmerzen im Unterbauch an. Du siehst: Es gibt die unterschiedlichsten Gründe für Blutungen in der Schwangerschaft. Auf die Häufigkeit gesehen, sind die meisten wirklich harmlos und ungefährlich für Mutter und Kind. Um aber jeden Verdacht und auch die kleinste Wahrscheinlichkeit ausschließen zu können, solltest du bei einer Blutung immer fachlichen Rat beanspruchen. Artikelbild: Daria Shevtsova via Pexels

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