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Käse in der Schwangerschaft – was ist erlaubt?

Käse in der Schwangerschaft – was ist erlaubt?

Käse ist köstlich, vielseitig und gesund. Doch wer schwanger ist, sollte ein paar Tipps für den unbeschwerten Genuss beachten. Wir geben einen Überblick.

Text: Kerstin Hemmerde
Dr. Kathrin Rau | Bild: Kern
Ob Gouda, Edamer, Parmesan, Brie oder Mozzarella: Die Liste der leckeren Käsesorten ist lang. Hier kommt jeder auf seinen Geschmack. Denn es gibt sowohl milde wie auch herzhafte oder pikante Sorten. Als Begleiter zum Brot oder als würzende Note im Salat oder der Pasta – Käse ist vielseitig einsetzbar. Er gehört zu einer gesunden Ernährung in der Schwangerschaft hinzu, erläutert Dr. Kathrin Rauh vom Bayerischen Kompetenzzentrum für Ernährung: „Schwangere sollten auf eine ausgewogene Lebensmittelauswahl mit komplexen Kohlenhydraten achten, wie sie in Vollkornprodukten, Gemüse, Hülsenfrüchten und Kartoffeln enthalten sind. Pflanzliche Öle mit wertvollen Fettsäuren sollen in der Küche den Vorzug bekommen. Dazu zählen Raps-, Walnuss- oder Olivenöl. Auch Milch und die daraus hergestellten Produkte wie Joghurt, Käse und Quark haben während der Schwangerschaft ihren Platz auf dem Speiseplan.“

Was macht Käse so gesund?

Käse wird durch Gerinnen aus Milch gewonnen. Daher sind zahlreiche der gesunden Inhaltsstoffe auch in den verschiedenen Käseprodukten zu finden. Davon profitieren Schwangere, denn sie haben einen erhöhten Bedarf an vielen Mineralstoffen und Vitaminen. Die Nährstoffe sorgen dafür, dass sich dein Baby prima entwickelt und es dir gut geht. Käse ist hier ein wichtiger Lieferant. Er enthält viele Mineralstoffe wie Magnesium, Phosphor, Kalium und Kalzium. Kalzium brauchst du vor allem, weil es deine Knochen und die deines Babys stärkt. Zudem liefert Käse auch Zink, Kupfer und Eisen. Einige Käsesorten sind auch reich an B-Vitaminen. Diese Vitamine sind wichtig für die Bildung roter Blutkörperchen und für den Aufbau des Nervensystems. Käse enthält zudem Aminosäuren, die eine funktionierende Darmschleimhaut fördern und die gesunden Bakterien der Darmflora stimulieren können.
Vor dem Käsegenuss immer prüfen, ob der Käse aus Rohmilch hergestellt ist. Bild: Pexels

Warum sollten Schwangere gewisse Käsesorten meiden?

Die meisten Käsesorten werden mit pasteurisierter Milch hergestellt. Dabei wird die Milch kurz erhitzt. Das tötet Mikroorganismen und Keime ab, zudem verlängert sich die Haltbarkeit des Produktes. Es gibt jedoch auch Käsesorten, für die Rohmilch verwendet wird. Hier können Bakterien überleben, die Listeriose, Tuberkulose oder auch eine Salmonelleninfektion auslösen (bitte verlinken zu meinem Beitrag über Listeriose). Eine Listeriose ist vor allem für das ungeborene Baby gefährlich. Sie kann Fehlbildungen oder auch Fehlgeburten auslösen. Daher sind Käsesorten aus Rohmilch für Schwangere tabu. Gleiches gilt auch für Schimmelkäse. Denn Weißschimmel- und Blauschimmelsorten sind feuchter als andere Käseprodukte. Zudem enthalten sie weniger Säure. Diese Kombination macht es Bakterien besonders leicht, sich zu verbreiten. Wenn du in der Schwangerschaft diese Käsesorten verzehren möchtest, solltest du sie gründlich erhitzen. Wird Käse mehrere Minuten über 70 Grad heiß, tötet das selbst Bakterien in Rohmilchkäse ab.

Auf diese Käsesorten solltest du in der Schwangerschaft verzichten:

  • Käse aus Rohmilch wie zum Beispiel Bergkäse, Camembert, Manchego oder Roquefort
  • Käse mit Blauschimmel wie zum Beispiel Gorgonzola, Roquefort oder Stilton
  • Käse aus pasteurisierter Milch, der mit rot-gelber Oberflächenschmiere hergestellt wurde wie zum Beispiel Esrom, Handkäse, Harzer, Limburger oder Tilsiter
eingelegter Käse oder Frischkäse aus offenen Gefäßen wie Feta, Schafskäse, Kräuterquark oder Mozzarella. Diese Produkte liegen offen in der Auslage, hier können sich Bakterien leicht verbreiten. Das gilt auch als Salatzutat in der Gastronomie oder in der Gemeinschaftsverpflegung. vorgefertigter Reibekäse, denn durch das Reiben erhält der Käse eine größere Oberfläche, auf der sich Bakterien leichter vermehren können. Du kannst diesen Käse einfach selbst durch das Reiben zum Beispiel eines Stückes Gouda herstellen.

Diese Käsesorten kannst du in der Schwangerschaft bedenkenlos genießen

Die meisten Käseprodukte, die du im Supermarkt kaufen kannst, werden heutzutage aus pasteurisierter Milch hergestellt. Das gilt auch für Sorten, die eigentlich im Ursprungsrezept aus Rohmilch bestehen. Für Schwangere ist das ein Vorteil, denn so können sie viele Käseleckereien unbeschwert genießen. Tipp: Schaue auf das Etikett. Denn wenn Rohmilch verwendet wurde, muss das hier ausdrücklich stehen. Findet sich kein Hinweis, kannst du sicher sein, dass die Milch pasteurisiert wurde. Sicherheitshalber solltest du die Rinde abschneiden, da sich dort Bakterien ansiedeln können. Dann sind diese Sorten erlaubt:
  • Schnitt- und Weichkäse aus pasteurisierter Milch wie Gouda, Butterkäse, Leerdammer, Edamer, Tilsiter, Cheddar, Brie oder Camembert
  • Raclette-Käse, Ofenkäse oder Backcamembert
  • Schmelzkäse
  • verpackter Käse aus dem Regal wie Schafskäse oder Mozzarella
  • verpackter Frischkäse wie Hüttenkäse, körniger Frischkäse, Mascarpone, Ricotta oder gewürzter Frischkäse
Parmesan - erlaubt in der Schwangerschaft? BIld: Getty

Was ist mit Parmesankäse in der Schwangerschaft?

Für viele gehört Parmesankäse zu einem Nudelgericht einfach dazu. Experten sind sich einig, dass auch Schwangere auf diese Käsesorte nicht verzichten müssen. Zwar wird Parmesan meist aus Rohmilch hergestellt, doch er reift sehr lange. Meist gelangt er erst nach zwölf bis 72 Monaten in den Handel. Zudem wurde er bei der Herstellung leicht erhitzt. Je länger die Reifezeit, desto weniger Listerien oder andere Bakterien sind im Parmesan enthalten. Denn durch die lange Lagerung verliert der Käse viel Feuchtigkeit. Zudem sinkt der pH-Wert, der Salzgehalt dagegen steigt. In einem solchen Umfeld haben es Bakterien sehr schwer, sich zu verbreiten. Allerdings solltest du hier wie bei anderem Käse auch die Rinde großzügig abschneiden. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, greife zu dem Parmesankäse mit besonders hoher Reifezeit. Diese ist als Qualitätsmerkmal meist gut sichtbar auf der Verpackung aufgeführt. Gleiches gilt übrigens für besonders lang gereiften Emmentaler aus Rohmilch.

Wusstest du, dass …

einige Käsesorten sogar ganz besonders gesund sind? Deinen Kalziumbedarf kannst du mit Emmentaler decken. 30 Gramm davon enthalten bereits 250 Milligramm dieses wichtigen Mineralstoffes. Einen besonders hohen Proteingehalt hat Parmesan mit bis zu 36 Prozent. Das heißt, in einer Portion von 30 Gramm stecken über zehn Gramm Eiweiß. Proteinreich sind auch Emmentaler, Butterkäse und Esrom. Was für Mamis gut ist, davon profitieren auch Kinder. So kannst du dein Baby bereits im Beikostalter mit Käse füttern. Etwas Ziegenkäse in der Suppe oder herzhafter geriebener Käse im Brei verfeinert das Essen und liefert wertvolle Nährstoffe. Dr. Kathrin Rauh: Kern  

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