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Kindergarten, Tagesmutter & Co – So findest du die richtige Betreuung für dein Kind

Kindergarten, Tagesmutter & Co – So findest du die richtige Betreuung für dein Kind

Tagesmutter, Krippe oder du selbst – es gibt viele Möglichkeiten, wie dein Kind betreut werden kann. Doch was ist das Richtige und welche gesetzlichen Ansprüche hast du?

Text: Kerstin Hemmerde Kaum ein Thema wird unter Eltern so heiß diskutiert wie die Kinderbetreuung. Dabei ist es eine höchst individuelle Entscheidung, in welche Hände du deinen Schatz geben möchtest. Oft spielen mehrere Faktoren hinein wie die Berufstätigkeit der Eltern, finanzielle Aspekte oder auch der Wunsch nach sozialen Kontakten für das Kind. Grundsätzlich gibt es in Deutschland für Kinder, die ein Jahr oder älter sind, einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Das kann ein Platz in einem Kindergarten oder in der Tagespflege sein. Kinder, die älter als drei Jahre sind, haben ausdrücklich einen Anspruch auf einen Kindergartenplatz. In den ersten zwei Lebensjahren werden in Deutschland rund zwei Drittel aller Kinder von ihren Eltern betreut. Dagegen besuchen 93 Prozent aller Drei- bis Fünfjährigen eine Kindertageseinrichtung.

Die Kindertagespflege

Viele Eltern entscheiden sich bei kleinen Kindern für eine Kindertagespflege. Häufige Gründe sind die kleinen Gruppen, eine überschaubare Atmosphäre und mehr Geborgenheit. Denn eine Kindertagespflegeperson betreut höchstens bis zu fünf gleichzeitig anwesende fremde Kinder. Die Betreuung kann bei der Pflegeperson stattfinden, in angemieteten Räumlichkeiten oder auch bei dir zuhause. Auch die Zeiten können individuell und flexibel abgesprochen werden. Einer der Pluspunkte bei dieser Betreuungsform ist die feste Bezugsperson für dein Kind. Das entspricht dem Bedürfnis vor allem der Kleinsten nach Nähe, Bindung und Konstanz. Darüber hinaus ähnelt die Betreuung in den geschützten Räumlichkeiten sehr dem Tagesablauf in einer Familie. Kindertagespflegepersonen können sich auch zusammenschließen und in einem Verbund maximal bis zu neun Kinder betreuen. Die Betreuer und ihre Räumlichkeiten sind vom Jugendamt geprüft. Daher ist das Jugendamt auch die erste Anlaufstelle für dich, wenn du auf der Suche nach einem Platz in der Kindertagespflege bist. Die Mitarbeiter dort können dich beraten und dir helfen, die geeignete Person für dein Kind zu finden . Die Höhe der Elternbeiträge richtet sich in der Regel nach dem Einkommen und der Zahl der Betreuungsstunden.
Welche Betreuungsform für euer Kind die richtige ist, entscheidet ihr als Eltern | Bild: Getty

Der Kindergarten

Spätestens ab drei Jahren besuchen die meisten Kinder einen Kindergarten. Hier gibt es oft mehrere Gruppen, in denen altersgemischt betreut wird. Das bietet deinem Kind weitere Chancen, sein soziales Verhalten auszubilden, sich zu integrieren und zu interagieren. Die Kinder lernen von- und miteinander. Zudem gibt es für Kindergärten verschiedenste Förderprogramme, in denen auf die Entwicklung deines Kindes geachtet wird. Bei der Betreuung unterscheidet sich der Personalschlüssel deutlich je nach Bundesland und Landkreis. So betreut zum Beispiel im Landkreis Oldenburg ein Erzieher durchschnittlich 7,9 Kinder zwischen drei und sechs Jahren. Im Landkreis Leipzig ist ein Erzieher dagegen für 12,9 Kinder in diesem Alter zuständig. Es gibt verschiedenste Anbieter von Kindergärten. Träger können beispielsweise deine Stadt, örtliche Wohlfahrtseinrichtungen wie AWO oder Diakonie, oder auch Kirchen sein. Die Vergabe der Plätze läuft unterschiedlich. In einigen Städten meldet man sich zentral beim Jugendamt, in anderen wiederum stellst du dich direkt beim jeweiligen Kindergarten vor. Die Kindergarten-Gebühren sind einkommensabhängig und unterscheiden sich mitunter ebenfalls von Stadt zu Stadt. In einigen Bundesländern ist die Betreuung zudem ab einem bestimmten Alter kostenfrei. Dazu trägt auch das Gute-KiTa-Gesetz bei, das die Regierung Ende 2019 beschlossen hat. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey: „Frühkindliche Bildung ist eine nationale Zukunftsaufgabe. Darum sind wir alle in der Pflicht, die Kommunen, die Länder und der Bund. Es ist nun Aufgabe der Länder die 5,5 Milliarden Euro bis 2022 gut umzusetzen.“

Betreuung durch die Eltern

Gerade in den ersten Lebensjahren bleibt oft ein Elternteil zuhause, um sich um das Kind zu kümmern. Die Gründe dafür sind vielseitig: Eltern möchten ihr Kind bewusst selbst fördern oder können Kinderbetreuung und Arbeit nicht miteinander vereinbaren. Auch gibt es zahlreiche Eltern, die nicht den gewünschten Betreuungsplatz für ihr Kind bekommen können. Der Vorteil bei der Betreuung zuhause liegt auf der Hand: Du kennst dein Kind am besten und weißt, was es braucht. In der Tagesgestaltung bis du bei der häuslichen Betreuung flexibel und musst dich nicht nach Institutionen, Abholzeiten oder Schließtagen richten. Es gibt sicherlich auch in deinem Ort viele Möglichkeiten wie Eltern-Kind-Turnen, Schwimmen oder Spielkreise, in dem dein Kind auch ohne Kita-Besuch gemeinsam mit dir Kontakte zu Gleichaltrigen knüpfen kann. Allerdings kann die Betreuung eines Kindes zuhause eine finanzielle Herausforderung werden. Denn das Basiselterngeld wird für maximal 14 Monate gezahlt. Hier hilft es, am besten schon vor der Geburt einen Finanz-Fahrplan aufzustellen. Gibt es Dinge, auf die verzichtet werden kann – zum Beispiel das zweite Auto, ein Urlaub oder Abos? Wenn du einige Stunden in der Woche arbeiten möchtest, kann vielleicht ein Großelternteil in der Zeit dein Kind betreuen? In vielen Städten gibt es sogenannte Mütterzentren, in denen andere Mütter dir Tipps geben können.

Was ist das Richtige für dein Kind?

Das Wichtigste zuerst: Hör auf dein Bauchgefühl. Du weißt, womit sich dein Kind wohlfühlt. Ist es ein Wirbelwind und kann schnell Kontakte zu anderen knüpfen? Oder ist es eher schüchtern und braucht lange, um sich auf neue Personen und eine fremde Umgebung einzulassen? Hinzu kommen weitere Faktoren, die bei der Entscheidung für eine Betreuungsform berücksichtigt werden sollten. Was möchtest du? Wenn du gerne früh in deinen Job zurückkehren möchtest, kann eine Tagesmutter oder Krippe die bessere Wahl sein, da hier auch sehr junge Kinder betreut werden. Auch die finanzielle Situation spielt eine Rolle. Denn wenn zum Beispiel ein Haus abbezahlt werden muss, werden oft zwei Einkommen benötigt. Hilfreich bei der Entscheidung kann eine Liste mit wichtigen Punkten sein – sowie den Vor- und Nachteilen der jeweiligen Option. Sprich mit Freunden, die bereits in einer ähnlichen Situation waren. Schau dir Tagespflegestätten und Kindergärten an, oft gibt es hier einen Tag der offenen Tür. Du kannst auch einen Termin beim Jugendamt ausmachen und dich dort beraten lassen. Wichtig bei der Suche nach einer Betreuungsform ist: Melde deinen Bedarf rechtzeitig an. In vielen Städten liegt die Frist dafür ein halbes Jahr vor Beginn der Betreuung. Einige begehrte Kindergärten oder Tagesmütter haben aber deutlich längere Wartelisten, in die sich bereits Schwangere eintragen lassen. Auch hier empfiehlt es sich, frühzeitig den Kontakt zu suchen und sich zu informieren.   Bild: Getty

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