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Toxoplasmose: So schützt du dich vor einer Infektion

Toxoplasmose: So schützt du dich vor einer Infektion

Vor allem für das ungeborene Kind ist Toxoplasmose in der Schwangerschaft gefährlich. Hier erfährst du mehr über die Infektion und welche Vorsichtsmaßnahmen helfen.

Dafür, dass sie sie weit verbreitet ist, ist Toxoplasmose relativ unbekannt. Rund die Hälfte aller Deutschen, sovermuten Experten, hat eine Infektion bereits durchgemacht. Doch weil eine Erkrankung in der Regel ohne Symptome verläuft, bekommen es die meisten gar nicht mit. Für ungeborene Babys jedoch kann Toxoplasmose erhebliche Auswirkungen haben. Daher ist im Mutterpass eine entsprechende Untersuchung vorgesehen. Dabei wird dir Blut abgenommen und geschaut, ob darin Antikörper gegen Toxoplasmose enthalten sind. Dann hast du eine Infektion bereits hinter dir und bist immun. Immer mehr Krankenkassen übernehmen die Kosten für einen solchen Test. Wenn deine Kasse nicht dabei ist, beträgt die Gebühr um die 15 Euro.

Wie kannst du dich mit Toxoplasmose anstecken?

Toxoplasmose ist eigentlich eine Tierkrankheit, die Katzen befällt. Sie wird durch den Parasiten Toxoplasma gondii übertragen. Die Katze ist dabei der Endwirt für diese Schädlinge. In ihrem Darm vermehrt sich der Parasit und gelangt anschließend über den Kot in die Außenwelt. Die darin enthaltenen Parasiten-Eier bleiben an der Luft einige Monate lang infektiös. Hat eine Person im Haus Kontakt mit Katzenkot – zum Beispiel beim Reinigen des Katzenklos - kann sie sich mit den darin enthaltenen Toxoplasmose-Erregern infizieren. Auf Weideflächen können Nutztiere sich über Katzenkot anstecken. So finden sich dann die Parasiten im Tierfleisch wieder. Katzen können die Erreger auch auf draußen wachsendes Obst und Gemüse übertragen. Zudem verbreiten sie den Parasit in Erde oder offene Sandkästen im Garten. Daher kannst du dich auch bei der Gartenarbeit anstecken.
Katze als Überträger von Toxoplasmose
Katzen sind der Endwirt für Toxoplasmose-Erreger, die Ansteckung kann aber auch über andere Quellen erfolgen. | Bild: Pexels

Das sind die Symptome einer Toxoplasmose-Infektion

Wer ein gesundes Immunsystem hat, der bemerkt in neun von zehn Fällen gar nichts von seiner Toxoplasmose-Infektion. Wenige Personen spüren leichte grippeähnliche Symptome. Dazu gehören Gliederschmerzen, Müdigkeit, leichtes Fieber, Durchfall oder auch eine Schwellung der Lymphknoten. Das macht es schwierig, eine solche Infektion zu erkennen. Denn diese leichten Fälle werden meist ohne Arztbesuch zuhause auskuriert.

Warum ist Toxoplasmose für Schwangere so gefährlich?

Wenn sich eine Frau während der Schwangerschaft mit Toxoplasmose infiziert, besteht die Gefahr, dass sich das ungeborene Kind ansteckt. Dann drohen dem Baby schwere körperliche oder geistige Schädigungen. Auch eine Fehlgeburt ist möglich. Allerdings verzeichnet das Robert-Koch-Institut als zuständige Stelle jährlich nur Fallzahlen im niedrigen zweistelligen Bereich, bei denen sich ein Ungeborenes im Mutterleib angesteckt hat. Das kann auch darin liegen, dass bei einer Infektion in der späten Schwangerschaft die Folgen beim Kind erst Jahre später sichtbar werden. Dann können Schielen, Epilepsie oder auch eine Entwicklungsverzögerung auftreten. Eine Infektion im ersten Trimester der Schwangerschaft ist seltener. Auswirkungen sind meist eine Fehlgeburt oder schwere Auswirkungen auf das Baby wie ein Wasserkopf (Hydrozephalus), eine Herzmuskelentzündung, eine Lungenentzündung, eine Gelbsucht oder eine vergrößerte Leber.

Behandlungsmöglichkeiten bei einer Toxoplasmose-Infektion

Wenn sich eine werdende Mutter erstmals mit Toxoplasmose infiziert, folgt zum Schutz des ungeborenen Kindes eine medikamentöse Behandlung. Die Experten des Robert Koch Instituts empfehlen dafür bis zur 16. Schwangerschaftswoche das Antibiotikum Spiramycin. Ab der 16. Schwangerschaftswoche raten sie zu einer mindestens vierwöchigen Kombination der Antiparasiten-Präparate Pyrimethamin und Sulfadiazin. Zudem sollte Folinsäure gegeben werden. Begleitet wird die Behandlung von regelmäßigen Kontrollen des Blutbildes, des Urins und der Leberfunktion. Bei Verdacht auf Toxoplasmose bei einem Neugeborenen kann das Blut des Babys auf Antikörper gegen diese Parasiten untersucht werden. Meist erhalten die Kinder eine Behandlung ebenfalls mit den Medikamenten Folinsäure, Sulfadiazin und Pyrimethamin. Je nach Schwere der Erkrankung kann es nötig sein, die Präparate bis zum ersten Geburtstag zu verabreichen.

Die rechtzeitige Behandlung schützt das Baby

Prof. Dr. Uwe Groß ist Direktor der Abteilung Medizinische Mikrobiologie an der Universitätsmedizin Göttingen und hat Toxoplasmose-Erkrankungen bei Ungeborenen und Babys in Deutschland untersucht. Seine Ergebnisse zeigen: Mit der in Deutschland üblichen Therapie wird das Risiko einer Übertragung der Toxoplasmen von der Mutter auf das Kind deutlich gesenkt. So wurden bei den 685 frisch infizierten Schwangeren insgesamt 33 Kinder mit einer sogenannten pränatalen Toxoplasma-Infektion beobachtet. Von diesen wiederum wiesen nur elf Kinder klinische Symptome bei der Geburt oder innerhalb ihrer ersten Lebensjahre auf. Besonders gut wirkte sich eine Therapie auf das Kind aus, wenn sie frühzeitig begonnen wurde, also innerhalb der ersten vier Wochen nach Infektion der Mutter erfolgte. „Das bedeutet konkret, dass bei rechtzeitiger Therapie der frisch infizierten Mutter nur eines von 62 Kindern klinische Symptome zeigen. Diese verlaufen dann zudem meistens milde“, sagt Prof. Groß. Von den Müttern wird die Therapie in den meisten Fällen sehr gut vertragen.
Auch in rohem Fleisch oder Aufschnitt finden sich Toxoplasmose-Erreger | Bild: unsplash.com

So kannst du Toxoplasmose vorbeugen

Am besten ist es natürlich, eine Toxoplasmose-Infektion zu vermeiden. Dafür können diese Verhaltenstipps helfen: - Verzichte in der Schwangerschaft auf rohes Fleisch oder rohe Wurst. Fleisch muss auf mindestens 50 Grad Kerntemperatur erhitzt werden, um die Eier des Toxoplasmose-Parasiten abzutöten. - Obst, Gemüse oder Salat sollte vor dem Essen gewaschen, geschält und wenn möglich gekocht werden. Du kannst etwas Natron ins Wasser geben, das reinigt die Lebensmittel besonders gründlich. - Wasche deine Hände mit Seife, wenn du Gemüse, Obst oder rohes Fleisch angefasst hast. Bei besonders sensiblen Küchenschritten kannst du auch Einmal-Handschuhe verwenden. - Vermeide Kontakt mit Erde. Du kannst Handschuhe bei der Gartenarbeit tragen. - Wenn du eine Katze hast, solltest du während deiner Schwangerschaft jemand anderen bitten, das Katzenklo zu reinigen. Küsse deine Katze nicht und wasche dir nach Kontakt die Hände. Bilder: Pexels, Unsplash

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